Der Arbeitsmarkt unter der Lupe

Südtirols Arbeitsmarktpolitik von 2020 bis 2024 – eine Analyse: Licht und Schatten

Die jüngste Ausgabe des Berichtes der Beobachtungstelle für den Arbeitsmarkt befasst sich mit den Arbeitsmarkt-Zielwerten im Zeitraum 2020 bis 2024.

Im Jahr 2020 hatten sich die Landesregierung und die Sozialpartner Südtirols sechs ambitionierte arbeitsmarktpolitische Ziele gesetzt. Die Analyse zeigt, dass der eingeschlagene Weg richtig ist, aber es gibt noch Handlungsbedarf, etwa bei der weiblichen Beschäftigung, wie Arbeitslandesrätin Magdalena Amhof bei der Vorstellung der Analyse meinte.

 

Erreichte und fast erreichte Zielmarken

Zwei Zielmarken wurden zur Gänze erreicht: Die Erwerbstätigenquote der Älteren (55- bis 64-Jährige) liegt mit 70,2 Prozent über der Zielmarke von 70 Prozent. Auch die amtliche Arbeitslosenquote, die angesichts der Corona-Krise unter 6 Prozent sein sollte, konnte mit 2 Prozent mehr als erfüllt werden.

Die allgemeine Erwerbstätigkeitsquote der 20- bis 64-Jährigen verfehlte mit 79,9 Prozent die Zielmarke von 80 Prozent nur knapp.

 

Frauen und Jugendliche

Die Erwerbstätigkeitsquote der Frauen liegt zwar auf dem italienischen Spitzenwert von 74 Prozent, aber unter dem von der Landesregierung und den Sozialpartnern ausgegebenen Zielwert von 77 Prozent.

Die Erwerbstätigenquote der Männer liegt mit 85,8 Prozent auf einem Höchststand.

Die Erwerbstätigenquote der Jugendlichen (15- bis 24-Jährige) ist gegenüber 2019 um fast 5 Prozentpunkte auf 33,3 Prozent gesunken und weit von der Zielmarke 42 Prozent entfernt. Genauere Analysen müssen zeigen, ob bildungspolitische und arbeitsmarktpolitische Faktoren inklusive des Effektes eines späteren Einstiegs in den Arbeitsmarkt für die negative Entwicklung seit 2019 eine Rolle spielen oder ob es sich um statistische Schwankungen handelt.

Deutlich verbessert hat sich die Betreuungsrelation in den Arbeitsvermittlungszentren, die von mehr als 1500 auf 830 Arbeitslose pro Vermittler oder Vermittlerin gesunken ist. Um den angepeilten Zielwert von 250 zu erreichen, müssen die Arbeitsvermittlungszentren konsequent gestärkt werden.

Derzeit wird die neue Strategie für den Südtiroler Arbeitsmarkt mit dem Zeithorizont 2030 ausgearbeitet.

 

Die aktuelle Arbeitsmarkt-News 4/2025 "Arbeitsmarktpolitische Zielwerte 2020 2024: Stand 2024" ist online abrufbar: arbeit.provinz.bz.it/de/arbeitsmarkt-news.

 

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