Mehr Praxis, bessere Planung: Neuer Ansatz in der Ausbildung am Berufsbildungszentrum Hellenstainer
Die duale Ausbildung in der Gastronomie lebt vom Zusammenspiel zwischen Betrieb und Schule. Am Berufsbildungszentrum Hellenstainer wird dieses nun gezielt weiterentwickelt, um den Ausbildungsweg für Lehrlinge noch effizienter zu gestalten.
Hintergrund ist eine wiederkehrende Situation: Viele angehende Köchinnen, Köche und Servicekräfte können ihre Lehrabschlussprüfung nicht unmittelbar nach dem Besuch der dritten Klasse ablegen. Der Grund liegt darin, dass die vorgeschriebene Lehrzeit im Betrieb zu diesem Zeitpunkt oft noch nicht vollständig erfüllt ist. Dadurch entstehen teilweise längere Wartezeiten zwischen Schulabschluss und Prüfung – eine Phase, in der wertvolle Vorbereitung und Motivation verloren gehen können.
Gerade in der dritten Klasse investieren die Jugendlichen intensiv in ihre Ausbildung. In rund zehn Wochen setzen sie sich vertieft mit ihren Prüfungsthemen auseinander und absolvieren Präsentationstrainings, um optimal vorbereitet zu sein. Umso wichtiger ist es, diesen Lern- und Motivationsschub direkt in die Abschlussprüfung mitzunehmen.
Das Berufsbildungszentrum Hellenstainer setzt daher verstärkt auf einen früheren Einstieg in die betriebliche Praxis. Konkret wird empfohlen, dass Lehrlinge mindestens sechs Monate im Betrieb arbeiten, bevor sie in die erste Klasse am BBZ einsteigen. Diese Phase soll ihnen helfen, die Anforderungen des Berufsalltags kennenzulernen, praktische Fertigkeiten zu entwickeln und mehr Sicherheit für die schulische Ausbildung zu gewinnen.
Durch diese Anpassung soll es künftig besser gelingen, die Lehrzeit und den Schulbesuch so aufeinander abzustimmen, dass möglichst viele Lehrlinge ihre Abschlussprüfung direkt im Anschluss an die dritte Klasse absolvieren können. Gleichzeitig profitieren auch die Betriebe, da die Auszubildenden bereits früh in die Abläufe integriert werden und ein klareres Berufsverständnis entwickeln.
Wichtig ist die Einordnung dieser Maßnahme: Der beschriebene Ansatz gilt ausschließlich für das Berufsbildungszentrum Hellenstainer und wird als Empfehlung des Direktors, Benjamin Flora, ausgesprochen. An anderen Schulen bleibt die bisherige Organisation der dualen Ausbildung unverändert bestehen.