Nachhaltigkeit beginnt mit Haltung

Der Gassenwirt in Kiens verbindet Tradition mit Moderne

Gerade beim Thema Nachhaltigkeit sind es oft kleinere, familiengeführte Betriebe die zeigen, wie glaubwürdiges und nachhaltiges Wirtschaften funktionieren kann – mit ganz viel Persönlichkeit. Denn echte Nachhaltigkeit beginnt bei einer Haltung: bewusst wirtschaften, regional denken und Verantwortung für Menschen, Ressourcen und die eigene Geschichte übernehmen. Oft sind es kleine Maßnahmen, die große Wirkung zeigen und eine ehrliche und authentische Nachhaltigkeitsstrategie formen. 

Ein Beispiel hierfür sind die Mitgliedsbetriebe der Gruppe Südtiroler Gasthaus, die dafür die besten Voraussetzungen haben. Sie sind tief in ihrer Region verwurzelt, arbeiten eng mit lokalen Produzenten zusammen und leben Gastfreundschaft oft über Generationen hinweg. 

Ein Gasthaus, das bereits das Nachhaltigkeitslaberl Südtril - Level 2 trägt, ist der Gassenwirt in Kiens. 

 

 

Der traditionsreiche Gasthof trägt seinen Leitspruch „Essen und Trinken seit 1602“ nicht nur an der Fassade, sondern im gesamten Haus. 

Heute führen Andreas und Petra Falkensteiner gemeinsam mit ihren Kindern den Gassenwirt mit viel Feingefühl zwischen Tradition und Moderne weiter. Gerade in den vergangenen Jahren entstand dabei ein Konzept, das Nachhaltigkeit nicht als Trend versteht, sondern als langfristigen Weg.

„Man muss nicht alles perfekt machen, man muss einfach anfangen“, lautet eine Aussage, die den Geist des Hauses treffend beschreibt. Mit der Zeit entstand im Betrieb das Konzept der „Er-Lebensmittel“, das Qualität vor Quantität stellt und regionale Lebensmittel mit allen Sinnen erlebbar macht. 

Angedacht ist die weitere Integrierung der eigenen Landwirtschaft, der eigenen historischen Getreidemühle und des historischen Pustertaler Brotbackofens. Dabei geht es nicht nur um Kulinarik, sondern um ein ganzheitliches Erlebnis: Südtirol soll im Gasenwirt spürbar sein - in den Produkten, den Räumen, der Architektur und der Atmosphäre. 

 

Nachhaltigkeit mit Geschichte 

Ein besonderes Zeichen war die behutsame Sanierung des historischen Pflegehauses „Sattler“, das direkt in den Gassenwirt integriert wurde. Durch eine enge Zusammenarbeit mit dem Denkmalschutz entstand daraus ein einzigartiges Ensemble aus Tradition, Handwerk und zeitgemäßer Gastlichkeit. Die neuen Gasträume verbinden historische Materialien mit moderner Offenheit. Gleichzeitig wurde großer Wert auf ressourcenschonendes Bauen, hochwertige Materialien und langfristige Lösungen gelegt. Photovoltaik, energetische Maßnahmen und die bewusste Nutzung bestehender Strukturen zeigen, dass Nachhaltigkeit oft dort beginnt, wo Bestehendes erhalten bleibt. 

Andreas Falkensteiner beschreibt diesen Weg als Rückbesinnung auf überlieferte Werte: „Aus scheinbaren Schwächen Stärken machen.“ Genau das ist dem Gassenwirt gelungen.

 

 

Auch kulinarisch steht der Betrieb für eine konsequent regionale Linie. Küchenchef Philipp Falkensteiner bringt nach internationalen Erfahrungen neue Ideen ein, ohne die Wurzeln des Hauses zu verlieren. Verarbeitet werden hochwertige Südtiroler Produkte – vom Gsieser Almochsen über Käse aus regionalen Hofkäsereien bis hin zu hauseigenen Speck- und Wurstspezialitäten. Besonders wichtig ist dabei die Zusammenarbeit mit Bauern und Produzenten aus der Umgebung. Hausgemachte
Brotsorten aus Südtiroler Regiokorn-Getreide, traditionelle Pressknödel oder die neue Backstube mit authentischen Kuchen stehen beispielhaft für einen Küchenstil, der Regionalität ehrlich interpretiert.

Besonders stolz ist man im Gassenhof auf die hausgemachten Sauerteigbrote, die zu 100% aus Südtiroler Getreide (Regio Korn) bestehen, ohne Zusatzstoffe und industrielle Hefe. Dabei geht es nicht nur um Kulinarik, sondern auch darum, ein Stück gelebtes Handwerk und Tradition weiterleben zu lassen.

Die bewusste Entscheidung, vermehrt Produkte selbst herzustellen geht mit einem effizienten Einkauf sowie mit der Vermeidung von unnötigen Transporten und Verpackungen einher. 

 

Ein Ort für Menschen 

Der Gassenwirt versteht sich nicht nur als Hotel oder Restaurant, sondern als Treffpunkt für das Dorf und seine Gäste. Auf der neuen Piazzetta begegnen sich Einheimische, Urlauber und Kirchgänger. Familienfeiern, Frühschoppen oder Genusswochen bringen Menschen zusammen. Vielleicht ist genau das die wichtigste Form von Nachhaltigkeit: Orte zu schaffen, die bleiben. Orte mit Identität, Geschichte und echter Gastfreundschaft. 

Hat dir dieser Artikel gefallen?
Dann teile ihn mit deinen Freunden.
Rundum informiert
Hier erfahren Sie alle Neuigkeiten.