Warum Hybridbauweisen im Hotelbau immer wichtiger werden
Wie Holz und Beton gemeinsam Antworten auf Kosten, Nachhaltigkeit und Qualität liefern
Der Hotelbau steht vor einem tiefgreifenden Wandel. Steigende Baukosten, strengere ökologische Anforderungen und wachsende Erwartungen der Gäste an Komfort, Atmosphäre und Authentizität stellen Planer und Bauherren vor komplexe Aufgaben. Klassische, rein monomateriale Bauweisen stoßen dabei zunehmend an ihre Grenzen. Immer deutlicher zeigt sich: Die Zukunft liegt nicht im Entweder-oder, sondern in der intelligenten Kombination verschiedener Baustoffe.
Hybridbauweisen, insbesondere die Verbindung von Holz und Beton, gewinnen deshalb im Hotel- und Gastgewerbebau stark an Bedeutung. Sie ermöglichen es, die jeweiligen Stärken der Materialien gezielt einzusetzen und so funktionale, wirtschaftliche und nachhaltige Gebäude zu realisieren.
Beton überzeugt durch hohe Druckfestigkeit, Langlebigkeit sowie ausgezeichnete Brand- und Schallschutzeigenschaften. Er eignet sich besonders für tragende Bauteile, Untergeschosse, Decken oder Bauwerke in Hanglagen. Holz hingegen punktet mit geringem Eigengewicht, hohem Vorfertigungsgrad und sehr guten bauphysikalischen Eigenschaften. Als nachwachsender Rohstoff speichert es CO₂, verbessert das Raumklima und ermöglicht kurze Bauzeiten.
In der Kombination entstehen effiziente Lösungen: massive Sockelgeschosse aus Beton tragen leichte Holzaufbauten, Holzhybriddecken verbinden Tragfähigkeit mit Wohnkomfort, und Aufstockungen im Bestand lassen sich mit Holz besonders wirtschaftlich umsetzen. Gerade im Hotelbau, wo Bauzeiten, Betriebssicherheit und Qualität entscheidend sind, bietet diese Bauweise klare Vorteile.
Auch im Bereich Sanierung und Umbau zeigt die Hybridbauweise ihre Stärke. Vorgefertigte Holzelemente reduzieren Bauzeit, Lärm und Baustellenlogistik – ein entscheidender Faktor bei Bauarbeiten während laufendem oder saisonalem Betrieb. Beton kommt dort zum Einsatz, wo hohe Lasten, Feuchtigkeit oder erhöhte Brandschutzanforderungen bestehen, während Holz in Obergeschossen, Fassaden oder Innenräumen seine Qualitäten ausspielt.
Hybridbauweisen sind damit keine kurzfristige Modeerscheinung, sondern eine strategische Antwort auf die Herausforderungen des modernen Hotelbaus – flexibel, nachhaltig und wirtschaftlich zugleich.
Autor: Michael Pichler, Leiter des Bereiches Baumanagement der HGV-Unternehmensberatung